11. Spieltag- Germania Wulferstedt

Germania Wulferstedt – SV Hötensleben    1:0 (0:0)

von Stefan Grimbach

Ein Klassiker ohne Klasse. Der lastende Druck auf beiden Seiten neutralisierte die einstigen Lokal-Rivalen. Für jegliche Theatralik war weder Zeit noch Kraft. Angenehm fair und besonnen ging es zu. Der SVH braucht dringend Punkte gegen den Abstieg, Wulferstedt wollte die dritte Heimniederlage in Folge verhindern. Unter diesen Grundvoraussetzungen sahen die 151 Zuschauer viel Unsicherheit, mäßigen Fußball und wenig Derby. Wulferstedt gewann glücklich mit 1:0. Hötensleben hatte fast noch die besseren Chancen, ein Unentschieden hätte sich das Brömse-Team verdient.

Der SVH erwischte den besseren Beginn. Mit allen verfügbaren bekannten Stammspielern angetreten war man kämpferisch entschlossen und sah zu keiner Zeit wie ein Abstiegskandidat aus. Klarere Aktionen der wacheren Gäste in den ersten 15 Minuten, während Wulferstedt noch zu flatterig war: Thielecke (erster Torschuss vorbei), Winkler mit Freistoß und nochmal Winkler mit Abschluss nach Dribbling in den Strafraum klopften schonmal an. Die erste Wulferstedter Chance war ein Kopfball von Ilsmann nach toller Stadler-Flanke. Der Ball ging ganz knapp neben den Pfosten (15.). Ab der 20. Minute hatte Wulferstedt mehr vom Spiel und intensivierte den Druck. Bis zum Strafraum sah alles gefällig aus, doch die letzte Entscheidung war dann meist die falsche. Auch Verantwortung im Abschluss war kein geliebter Begleiter. Jeweils eine riesen Chance hatten beide Teams noch vor der Pause. Herzberg setzte sich gegen Peine durch und brachte den mitgenommenen Ball spontan aufs Tor, doch der hellwache Künne hatte den Winkel gut verkürzt und klärte zur Ecke (38.). Hötensleben hätte führen können, als Winkler der Ball am Fuß klebte, der Linksschuss aber scharf vorbei ging (44.).

Die Vorahnung eines typischen 0:0-Spiels galt nicht mehr, als Ilsmann den startenden Herzberg bediente und letzterer mit Ruhe an Künne vorbei einnetzte (49.). Statt zu erwartender Sicherheit wurde Wulferstedt mit diesem 1:0 immer nervöser. Die spielerische Linie kam den Germanen abhanden. So blieb nur noch das einzige Mittel, das Ergebnis zu verwalten. Hötensleben drängte zunehmend auf den Ausgleich, doch Konstruktives gelang auch hier unter Druck kaum. Meßner zog aus 20 Metern straff ab und Beisch klärte mit dem Fuß (57.). In der 75. Minute wollte Winkler einen Strafstoß haben, doch der Pfiff blieb wegen fehlender Berührung wohl zu Recht aus. Die Minuten strichen dahin, das Spielende nahte. Winkler brachte einen Freistoß in den Strafraum, doch der gut postierte Hartmann bekam per Kopf keinen Druck hinter den Ball, von der Stirn rutschte das Leder ins Toraus (88.). Knifflig war es, als in der Nachspielzeit eine vermeintliche Abseitsentscheidung zugunsten der Wulferstedter entschied. Der Assistent sah Tobias Kittel beim letzten Angriff des SVH knapp im Abseits, der Ball fand sogar den Weg ins Tor. Eine strittige Entscheidung, wie auch die Wulferstedter Zuschauer auf der Höhe bezeugten. Eine sichere Aufklärung hätte wohl nur der Videoassistent bieten können. So blieb Wulferstedt von zwei Mannschaften, die das Tor zu selten treffen, die glücklichere.

  

Wulferstedt: Beisch – Ilsmann, Brunke, Dilge, Charwat, Behrens, Michell Rzehaczek, Dreyer, Stadler (77. Breitenbach), Jahn (88. Reschke), Herzberg (90.+1 Matthias)

Hötensleben: Künne – Rudloff, Brömse, Steven Rzehaczek, Meßner, Winkler, Zacher, Thielecke (46. Fabian Kittel), Tobias Kittel, Peine, Hartmann 

Tor: 1:0 Herzberg (49.)

Schiedsrichter: Steffen Ehrhardt, Jan Kriesche, Nick Strübig

Zuschauer: 151

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